Frauen Union erinnert an die „Mütter des Grundgesetzes“
Die Frauen Union (FU) des Stadt- und Kreisverbandes Gütersloh hatte Ende August zu einer informativen und interessanten Veranstaltung über die „Mütter des Grundgesetzes“ in das Museum der Wiedenbrücker Schule eingeladen.
Im Mittelpunkt stand die Ausstellung über die vier Politikerinnen Helene Weber, Helene Wessel, Frieda Nadig und Elisabeth Selbert. Als Mitglieder des Parlamentarischen Rates waren sie maßgeblich an der Entstehung des Grundgesetzes 1949 beteiligt und setzten sich insbesondere für die verfassungsrechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern ein.
Museumsleiterin Christiane Hoffmann erläuterte in einem lebhaften Vortrag die Lebenswege der vier Frauen sowie die schwierigen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Nachkriegszeit. Dabei wurde deutlich, dass die Durchsetzung der Gleichberechtigung keineswegs selbstverständlich war. Gegen erheblichen Widerstand aus verschiedenen politischen Lagern kämpften die vier Politikerinnen dafür, dass die Gleichberechtigung ausdrücklich im Grundgesetz festgeschrieben wurde.
Mit Erfolg: Artikel 3 Absatz 2 lautet bis heute: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Neben der Solidarität der vier Politikerinnen untereinander war auch die Unterstützung zahlreicher Frauen in der Öffentlichkeit entscheidend für diesen Erfolg.
Im anschließenden Austausch diskutierten die Teilnehmerinnen darüber, welche Bedeutung die Geschichte für die Gegenwart hat. Dabei waren sich alle einig: Auch heute braucht es Solidarität, gegenseitige Unterstützung und starke Netzwerke, damit Frauen sich erfolgreich politisch engagieren und Verantwortung übernehmen können.